Alle Infos zur Fachsprachenprüfung in Deutschland

Für die Berufsanerkennung in Deutschland müssen internationale Pflegefachkräfte in der Fachsprachenprüfung Pflege den Nachweis erbringen, über berufsspezifische, zur Ausübung ihrer Tätigkeit erforderliche Deutschkenntnisse zu verfügen. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Rolle dabei die Fachsprachenprüfung Pflege spielt und wieso es den internationalen Pflegekräften in Anerkennung damit leichter fällt, das geforderte Sprachzertifikat zu erbringen.

Fachsprachenprüfung Pflege

Durch den Beschluss der 92. Gesundheitsministerkonferenz am 05./06. Juni 2019, wurde ein einheitlicher Standard für die Überprüfung der in Deutschland für die Berufspraxis erforderlichen Sprachkenntnisse vereinbart, welche die ersten Bundesländer bereits im Rahmen der Fachsprachenprüfung Pflege eingeführt haben.

Die Fachsprachenprüfung Pflege besteht aus drei Prüfungsszenarien:

simuliertes Berufsangehöriger-Patienten-Gespräch (20 min)

Das Gespräch dient der Überprüfung, ob internationale Pflegefachkräfte in Anerkennung das Verständnis für Menschen mit Unterstützungs- und Betreuungsbedarf besitzen und sich in einer Weise verständigen können, die es ihnen ermöglicht, den Pflegeprozess anzuwenden, bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitzuwirken, ärztliche Verordnungen durchzuführen und die pflegebezogene Edukation sicherzustellen.

simuliertes Gespräch mit einem Angehörigen derselben Berufsgruppe oder dem Angehörigen einer anderen Berufsgruppe (20 min)

Das Gespräch überprüft, ob sich internationale Pflegefachkräfte in Anerkennung so klar und detailliert ausdrücken können, dass Missverständnisse und darauf beruhende fehlerhafte Pflegehandlungen ausgeschlossen sind.

Anfertigen eines in der Berufsausübung üblicherweise vorkommenden Schriftstückes (20 min)

Die schriftliche Aufgabe überprüft, ob internationale Pflegekräfte in Anerkennung die deutsche Sprache angemessen lesen und schreiben können, um Pflegedokumentationen und -planungen ordnungsgemäß führen und ärztliche Verordnungen umsetzen können.

Vergleich der Fachsprachenprüfung vs. B2-Prüfung

Fachsprachenprüfung Pflege (FSP)B2-Prüfung (telc)
Ziel der PrüfungÜberprüfung der spezifischen kommunikativen Anforderungen aus dem Arbeitsalltag von PflegefachkräftenÜberprüfung der selbstständigen Sprachverwendung allgemeiner Sprachkenntnisse
Aufbau der Prüfung• Simuliertes Gespräch zwischen Berufsangehörigem und Patient (Dauer: 20 Minuten) 
• Simuliertes Gespräch zwischen Berufsangehörigem und eine Person aus derselben oder einer anderen Berufsgruppe, z. B. Arzt/Ärztin, Apotheker/in, Pflegehelfer/in, (Dauer: 20 Minuten) 
• Anfertigung eines Schriftstückes (z.B. Pflegeplanung oder – dokumentation), dass im Berufsalltag üblich ist (Dauer: 20 Minuten)
Schriftlicher Teil:
• Leseverstehen und Sprachbausteine (Wortschatz, Grammatik, Rechtschreibung) (Dauer: 90 Minuten) • Hörverstehen (Dauer: 20 Minuten)
• Schriftlicher Ausdruck (Dauer: 30 Minuten) 
Mündlicher Teil (Dauer: ca. 20 Minuten) • Gespräch/interview
• Präsentation
• Diskussion 
Prüferein/e Prüfer/in aus der Berufsgruppe (Pflege), ein weiterer mit Zulassung vom Bundesamt für Migration und FlüchtlingeDeutschlehrende mit Unterrichterfahrung und Prüferlizenz
Mittelung der Ergebnisseerfahrungsgemäß nach ca. 10 Werktagenerfahrungsgemäß nach ca. 7 Wochen
Wiederholungbeliebig oftbeliebig oft
Rechtliche GrundlageGemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER), Eckpunktepapier der 92. GMK vom 05./06.2019Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER)

Stand der Fachsprachenprüfung Pflege nach Bundesland

Klicken Sie auf ein Bundesland, um spezifische Informationen zur Fachsprachenprüfung Pflege zu erhalten.

Bundesland:

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Für die Berufsanerkennung in Deutschland müssen internationale Pflegefachkräfte den Nachweis erbringen, über berufsspezifische, zur Ausübung ihrer Tätigkeit erforderliche Deutschkenntnisse zu verfügen. Mit Beschluss der 92. Gesundheitsministerkonferenz wurde sich auf eine bundesweite Einführung einer Fachsprachenprüfung geeinigt, da bisherige allgemeinsprachliche Zertifikate für die Überprüfung der für die Berufsausübung erforderlichen Sprachkenntnisse nicht geeignet sind. Gute Fachsprachkenntnisse fördern unter anderem die Patientensicherheit, vermeiden wechselseitige Missverständnisse sowie darauf beruhende fehlerhafte Pflegehandlungen. Zudem sind sie der Schlüssel für eine schnelle, effiziente Einsatzfähigkeit, die damit verbundene Übernahme von Veran2rtung, Steigerung des Selbstbewusstseins und mehr Zufriedenheit im Team. Die Fachsprache ist damit essentiell für eine schnelle berufliche Integration.


Allgemein lässt sich sagen, dass die Fachsprachenprüfung eine Überprüfung der spezifischen kommunikativen Anforderungen aus dem Arbeitsalltag von Pflegefachkräften darstellt. Neben simulierten Gesprächen zwischen Pflegefachkraft und Patienten sowie Gesprächen mit Kollegen wird im Regelfall die Anfertigung eines Schriftstückes (z. B. Pflegeplanung oder Dokumentation) geprüft. Im Gegensatz zur allgemeinen B2-Sprachprüfung, in der die Überprüfung der selbstständigen Sprachverwendung allgemeiner Sprachkenntnisse geprüft wird, fällt es Pflegende oftmals leichter, Prüfungen abzulegen, die den Schwerpunkt in der beruflichen Tätigkeit setzen, da dies den realen Arbeitsalltag widerspiegelt und entsprechende echte Erfahrungen vorhanden sind.


Die Fachsprachenprüfung wird aktuell in folgenden Bundesländern als Alternative zu der allgemeinen B2 Sprachprüfung angeboten: Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein. Weitere Bundesländer planen aktuell die Einführung oder akzeptieren zumindest bereits erfolgreich abgeschlossene Fachsprachprüfungen aus anderen Bundesländern. Kontaktiere uns gerne für eine konkrete Anfrage in deinem Bundesland.


Nein, wenn sie ein B2-Sprachzertifikat nach dem Gemeinsamen Eruopäischen Referenzrahmen (GER) hat braucht sie keine Fachsprachprüfung ablegen.


Ein Nachweis über entsprechende Deutschkenntnisse ist in der Regel nicht erforderliucht, wenn Deutsch in Wort und Schrift fließend (z. B. als Muttersprache) beherrscht wird, der Abschluss einer mindestens dreijährigen Berufsausbildung in deutscher Sprache vorliegt oder mindestens zehn Jahre eine allgemeinbildende deutschsprachige Schule besucht und dort einen Abschluss erworben wurde.



Die Kenntnisprüng ersetzt die Fachsprachenprüfung in der Regel nicht. Lediglich im Bundesland Sachsen gibt es diesbezüglich eine Ausnahmeregelung. Internationale Pflegefachkräfte, die eine Anerkennungsmaßnahme (Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang) absolviert haben, müssen ihre Sprachkenntnisse nicht zusätzlich nachweisen. Diese werden, wenn eine Anerkennungsmaßnahme erfolgreich abgeschlossen wurde, ohne Nachweis vorausgesetzt.


Die Fachsprachprüfung kann beliebig oft wiederholt werden.


Die Fachsprachenprüfung kann unabhängig von der Anpassungsmaßnahme geplant werden. Je nach Land, in dem die Ausbildung abgeschlossen wurde, wird jedoch die “qualifizierte Eingangsbestätigung” der Behörder oder ein “Feststellungsbescheid” benötigt, um sich für die Fachsprachenprüfung anzumelden.


Die Fachsprachenprüfung Pflege besteht aus folgenden drei Teilen:

  • ein simuliertes Berufsangehöriger-Patienten-Gespräch (20 Minuten)
  • ein simuliertes Gespräch mit einem Angehörigen derselben oder einer anderen Berufsgruppe aus dem Gesundheitsbereich (20 Minuten)
  • das Anfertigen eines in der jeweiligen Berufsausübung üblicherweise vorkommenden Schriftstücks, z. B. Pflegedokumentation (20 Minuten)

Um sich optimal auf die Fachsprachprüfung Pflege vorzubereiten, solltest man aktiv das Sprechen mit Pflegebedürftigen sowie mit Kolleg:innen über üben. Es ist auch hilfreich, Fachbegriffe und berufsbezogene Ausdrücke regelmäßig zu wiederholen. Zusätzlich solltest man Texte zur Planung und Dokumentation von Pflegeprozessen schreiben. Der [Vorbereitungskurs Fachsprachenpürfung Pflege] greift diese Themen strukturiert auf und bereitet internationale Pflegekräfte in Anerkennung optimal auf die Prüfung vor.



Nein, die Fachsprachenprüfung kann nur in Deutschland abgelegt werden.


Wir sind als Bildungsträger AZAV-zertifiziert. Da der Vorbereitungskurs auf die Fachsprachenprüfung abschlussorientiert und die Anerkennung im Pflegeberuf notwendig ist, ist eine Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit möglich.