Sprachförderung in der Pflegeausbildung – Schlüssel zur Qualitätssicherung
Warum Sprache der Schlüssel zur erfolgreichen Pflegeausbildung ist
Die wachsende Internationalisierung in der Pflege stellt neue Herausforderungen an die Ausbildungsqualität. Besonders die Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie beeinflusst nicht nur den Wissenserwerb der Auszubildenden, sondern auch die sichere Kommunikation mit Patient:innen und Kolleg:innen.
Ein aktueller Fachbeitrag von Wochink et al. in der PflegeZeitschrift (7/2025) beleuchtet praxisnah, wie Sprachbarrieren die Ausbildung und die spätere Berufspraxis beeinflussen – und zeigt konkrete Lösungsansätze aus Pflegeschulen und berufspädagogischer Praxis auf.
Sprachliche Hürden: Wenn Verständigung zur Herausforderung wird
Pflegeschulen berichten, dass sprachliche Unterschiede die Ausbildung erschweren – insbesondere für internationale Auszubildende. In Gruppendiskussionen und Experience-Sampling-Erhebungen zeigt sich, dass fehlende Sprachkompetenz die Dokumentation im Pflegealltag behindert und zu Missverständnissen führen kann.
Zentrale Erkenntnisse:
- 98,6% der Pflegeschulen sehen Sprachförderung als wichtigen Bestandteil der Ausbildungsqualität.
- Unterschiedliche Ausgangsniveaus (z. B. B1 vs. B2) erschweren die Gruppenintegration.
- Auszubildende wünschen sich Übersetzungsapps, visuelle Lernhilfen und praxisnahe Sprachtrainings.
Didaktische Maßnahmen zur Sprachförderung
Der Beitrag nennt bewährte Strategien, um sprachliche Defizite in der Pflegeausbildung auszugleichen:
- Sprachfördernde Arbeitsaufträge: Aufgaben, die gezielt Kommunikation trainieren (z. B. Körperpflege beschreiben).
- Praxiseinbindung: Integration ins Pflegeteam steigert Motivation und Sprachsicherheit.
- Verpflichtende Sprachkurse: Idealerweise berufsspezifisch, in Kleingruppen und kontinuierlich.
- Teamintegration: Kollegialer Rückhalt erleichtert Lernprozesse und stärkt das Selbstbewusstsein.
Fazit: Sprachförderung sichert Ausbildungsqualität und Patientensicherheit
In einer Migrationsgesellschaft wird Sprachkompetenz zur Grundvoraussetzung für erfolgreiche Pflege. Sprachbarrieren gefährden nicht nur die Ausbildungsergebnisse, sondern auch die Patientensicherheit. Deshalb sollte Sprachförderung integraler Bestandteil jeder Pflegeschule sein.
Quellen:
Wochink, M., Krause-Zenß, A., Reuschenbach, B. & Olden, D. (2025). Sprache fördern, Ausbildungsqualität sichern. PflegeZeitschrift, 7/2025, S. 60–63.
BIBB (2024). Monitoring zur Umsetzung der Pflegeausbildung 2022/2023. Bundesinstitut für Berufsbildung. https://www.bibb.de/dienst/publication/en/19518
Thomas, A. (2022). Praxisbuch Interkultureller Handlungskompetenz: Für Fach- und Führungskräfte mit globalen Herausforderungen. Springer.
Böse, C., & Schmitz, N. (2024). Statistik zur Anerkennung ausländischer Pflegekräfte 2023. BIBB. https://www.bibb.de/dienst/publication/en/19508