Neuer Fachsprachenkurs für Gesundheitsfachberufe

Was den neuen Fachsprachenkurs auszeichnet

Der neue Online-Fachsprachenkurs ist keine klassische allgemeinsprachliche B2-Maßnahme. Er ist als fachsprachlich-fachliche Spezialqualifizierung konzipiert.

Die Teilnehmenden lernen Sprache nicht isoliert anhand allgemeiner Alltagsthemen. Stattdessen arbeiten sie mit berufstypischen Situationen, Dokumenten und Aufgabenstellungen aus ihrem jeweiligen Gesundheitsfachberuf.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Pflege- und Therapieberichte,
  • Übergaben und Fallbesprechungen,
  • ärztliche Verordnungen,
  • Assessments und Befunde,
  • Beratungs- und Anleitungsgespräche sowie
  • berufsspezifische Dokumentationsformate.

Das vorhandene Fachwissen der Teilnehmenden bildet dabei die Grundlage. Der Online-Kurs unterstützt sie darin, dieses Wissen in deutscher Sprache verständlich, präzise und situationsgerecht anzuwenden.

Prüfungsvorbereitung für Pflege, Physiotherapie und Ergotherapie

Internationale Gesundheitsfachkräfte bringen eine abgeschlossene Berufsausbildung und wertvolle berufliche Erfahrung mit nach Deutschland. Damit sie ihre Kompetenzen im deutschen Gesundheitswesen sicher einsetzen können, benötigen sie jedoch mehr als allgemeine Deutschkenntnisse.

Gespräche mit Patienten, fachliche Abstimmungen im Team und die schriftliche Dokumentation stellen besondere sprachliche Anforderungen. Genau hier setzt der neue Fachsprachenkurs für Gesundheitsfachberufe von NICE an.

Die vollständig digitale Qualifizierung richtet sich an internationale Fachkräfte aus der Pflege, Physiotherapie und Ergotherapie.

Sie verbindet fachsprachliches Lernen mit beruflichen Handlungssituationen und bereitet gezielt auf die Fachsprachenprüfung sowie auf die Kommunikation im deutschen Versorgungsalltag vor.

Unterrichtseinheiten mit klarer Lernstruktur

Der Fachsprachenkurs wird vollständig digital durchgeführt und kombiniert synchronen Live-Unterricht mit begleiteten Selbstlernphasen.

Es werden neue fachliche und fachsprachliche Inhalte eingeführt und gemeinsam erarbeitet. Die Teilnehmenden trainieren Gesprächssituationen, analysieren Dokumente und bearbeiten berufsbezogene Fälle.

Andere Unterrichtseinheiten dienen der individuellen Vertiefung auf der Lernplattform Avendoo. Die Aufgaben knüpfen unmittelbar an die zuvor behandelten Inhalte an und werden nach Berufsgruppen differenziert.

Die Teilnehmenden lernen dabei nicht allein. Während der gesamten Selbstlernphase bleiben sie über eine Videokonferenz mit einer Lehrkraft verbunden. Fragen können direkt gestellt und Schwierigkeiten unmittelbar geklärt werden.

Den Abschluss des Unterrichtstages bildet eine gemeinsame Reflexionsphase. Die Ergebnisse aus Live-Unterricht und Selbstlernen werden zusammengeführt, offene Fragen geklärt und Bezüge zur Prüfung und zum Berufsalltag hergestellt.

Damit gibt es während des gesamten Unterrichtstages eine pädagogische Begleitung. Ausschließlich asynchrone Lernphasen ohne erreichbare Lehrkraft sind nicht vorgesehen.

Drei Gesundheitsfachberufe in einem gemeinsamen Kurs

Der Fachsprachenkurs richtet sich an internationale Fachkräfte aus drei Berufsgruppen:

Pflegefachkräfte, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten.

Zwischen diesen Berufen bestehen viele gemeinsame kommunikative Anforderungen. Alle drei Berufsgruppen führen Gespräche mit Patienten und Angehörigen, arbeiten mit anderen Gesundheitsberufen zusammen und müssen ihre Maßnahmen nachvollziehbar dokumentieren.

Gleichzeitig unterscheiden sich Fachterminologie, typische Handlungssituationen und Dokumentationsformen.

Das Kurskonzept verbindet deshalb gemeinsame Unterrichtsphasen mit berufsgruppenspezifischen Vertiefungen. Die Teilnehmenden trainieren grundlegende Kompetenzen gemeinsam und bearbeiten zusätzlich Aufgaben, die auf ihren jeweiligen Beruf zugeschnitten sind.

Pflegefachkräfte beschäftigen sich beispielsweise mit Übergaben, Pflegeberichten, Assessments und Anleitungssituationen. Physiotherapeuten arbeiten unter anderem mit Verordnungen, Befundbeschreibungen, Therapieplänen und sprachlichen Instruktionen. Für Ergotherapeuten stehen beispielsweise Betätigungsanalysen, Interventionsplanungen, Angehörigenberatung und Verlaufsdokumentationen im Mittelpunkt.

Interprofessionelles Lernen als Vorbereitung auf den Berufsalltag

Die gemeinsame Arbeit verschiedener Berufsgruppen ist ein bewusster Bestandteil des Kurskonzepts.

Im deutschen Gesundheitswesen findet Versorgung selten innerhalb einer einzelnen Berufsgruppe statt. Pflegefachkräfte, Therapeuten, Ärzte und weitere Beteiligte müssen Informationen austauschen, Beobachtungen einordnen und Maßnahmen miteinander abstimmen.

Der berufsübergreifende Unterricht ermöglicht den Teilnehmenden, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und die interprofessionelle Kommunikation gezielt zu trainieren. Sie lernen, fachliche Informationen so zu formulieren, dass sie auch von anderen Berufsgruppen eindeutig verstanden werden.

Damit bereitet der Kurs nicht nur auf die Prüfung vor. Er stärkt zugleich eine Kompetenz, die für sichere Teamprozesse und eine gute Versorgung unverzichtbar ist.

Praxisnahe Vorbereitung auf die Fachsprachenprüfung

Die Fachsprachenprüfung orientiert sich an typischen Kommunikationssituationen aus dem Berufsalltag. Sie besteht in der Regel aus drei Teilen:

  1. einem simulierten Gespräch mit einer zu betreuenden Person,
  2. einem Gespräch mit einem Kollegen oder einem Vertreter einer anderen Berufsgruppe und
  3. der Anfertigung eines berufstypischen Schriftstücks.

Die drei Prüfungsteile dauern jeweils etwa 20 Minuten. Die genaue Durchführung kann sich je nach zuständiger Prüfungsstelle und Bundesland unterscheiden.

Im Fachsprachenkurs werden diese Situationen regelmäßig trainiert. Rollenspiele, Fallbearbeitungen und Prüfungssimulationen helfen den Teilnehmenden dabei, fachliche Informationen strukturiert aufzunehmen und weiterzugeben.

Dabei geht es nicht allein darum, bestimmte Formulierungen auswendig zu lernen. Die Teilnehmenden sollen in der Lage sein, flexibel auf Rückfragen zu reagieren, Sachverhalte verständlich zu erklären und ihre fachlichen Entscheidungen sprachlich nachvollziehbar zu begründen.

Wer kann am Fachsprachenkurs teilnehmen?

Der Kurs richtet sich an internationale Fachkräfte, die ihre Berufsausbildung im Ausland abgeschlossen haben und sich in einem Anerkennungsverfahren in Deutschland befinden.

Vorausgesetzt werden insbesondere:

  • eine abgeschlossene ausländische Ausbildung in Pflege, Physiotherapie oder Ergotherapie,
  • ein laufendes Anerkennungsverfahren, in dem fachsprachliche Deutschkenntnisse nachgewiesen werden müssen oder können, sowie
  • ein gültiges B1-Sprachzertifikat einer ALTE-zertifizierten Prüfungsinstitution.

Für die Dauer des Kurses erhalten die Teilnehmenden die erforderliche technische Ausstattung. Dazu gehören ein Tablet mit Tastatur und Maus sowie ein Headset mit Mikrofon.

Warum allgemeine Deutschkenntnisse nicht ausreichen

Für die Anerkennung internationaler Berufsqualifikationen in Gesundheitsfachberufen müssen in der Regel Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 nachgewiesen werden. Ein allgemeinsprachliches Zertifikat bildet jedoch nicht automatisch ab, ob eine Fachkraft auch in komplexen beruflichen Situationen sicher kommunizieren kann.

Im Berufsalltag müssen internationale Gesundheitsfachkräfte unter anderem:

  • Patienten, Bewohnern und Klienten verständlich informieren,
  • fachliche Informationen präzise an Kollegen weitergeben,
  • Verordnungen und Befunde richtig einordnen,
  • Maßnahmen sprachlich begleiten und erklären sowie
  • Pflege- und Therapieverläufe nachvollziehbar dokumentieren.

Sprachliche Ungenauigkeiten können in diesen Situationen unmittelbare Folgen haben. Sie erschweren die Zusammenarbeit, führen zu Missverständnissen und können die Qualität der Versorgung beeinträchtigen.

Die Gesundheitsministerkonferenz hat deshalb bereits 2019 einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für den Nachweis der erforderlichen Deutschkenntnisse in Gesundheitsfachberufen formuliert. Im Zentrum steht nicht nur das allgemeine Sprachniveau, sondern die Fähigkeit, Sprache im jeweiligen beruflichen Kontext sicher anzuwenden.

Förderung über einen Bildungsgutschein

Bei Vorliegen der individuellen Voraussetzungen kann eine berufliche Weiterbildung durch einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Voraussetzung ist unter anderem, dass sowohl der Bildungsträger als auch die konkrete Maßnahme über die erforderliche Zulassung verfügen.

Ob eine Förderung möglich ist, wird in einem persönlichen Beratungsgespräch mit der zuständigen Agentur für Arbeit geprüft. Auch für Beschäftigte können unter bestimmten Bedingungen Fördermöglichkeiten bestehen.

Welchen Nutzen haben Arbeitgeber?

Für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Therapieeinrichtungen und weitere Arbeitgeber ist die sprachliche Vorbereitung internationaler Fachkräfte ein wichtiger Bestandteil des Anerkennungs- und Integrationsprozesses.

Der neue Fachsprachenkurs unterstützt Einrichtungen dabei, ihre Mitarbeiter strukturiert auf den erforderlichen Sprachnachweis vorzubereiten. Gleichzeitig werden Kompetenzen aufgebaut, die unmittelbar im Arbeitsalltag benötigt werden.

Eine gezielte fachsprachliche Qualifizierung kann dazu beitragen,

  • Missverständnisse in der Versorgung zu reduzieren,
  • die Qualität von Übergaben und Dokumentationen zu verbessern,
  • die Zusammenarbeit im interprofessionellen Team zu erleichtern,
  • Verzögerungen im Anerkennungsverfahren zu vermeiden und
  • internationale Fachkräfte entsprechend ihrer Qualifikation einzusetzen.

Sprachförderung wird damit nicht nur als individuelle Prüfungsvorbereitung verstanden. Sie ist zugleich ein Bestandteil nachhaltiger Personalentwicklung und beruflicher Integration.

Fazit: Fachsprache als berufliche Handlungskompetenz

Der neue Fachsprachenkurs für Gesundheitsfachberufe verbindet Prüfungsvorbereitung, fachliche Kommunikation und berufliche Integration.

Internationale Pflegefachkräfte, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten erhalten die Möglichkeit, gemeinsame Kommunikationsanforderungen zu trainieren und zugleich berufsspezifische Kompetenzen zu vertiefen. Der digitale Aufbau ermöglicht ortsunabhängiges Lernen, ohne auf verbindliche Betreuung und persönlichen Austausch zu verzichten.

Das Ziel ist nicht allein das Bestehen einer Fachsprachenprüfung. Die Teilnehmenden sollen ihre vorhandene fachliche Qualifikation auch im deutschsprachigen Versorgungsalltag sicher, verständlich und dokumentationsgerecht einsetzen können.

Arbeitgeber, internationale Fachkräfte und Beratungsstellen, die mehr über den neuen Fachsprachenkurs erfahren möchten, können sich direkt an NICE wenden.

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