Die neuen AZAV-Maßnahmen betreffen das Lernen der Fachsprachenprüfung Pflege.

Die neuen Empfehlungen des AZAV-Beirats vom 17.06.2026 konkretisieren wichtige Anforderungen an digitale Maßnahmen. Im Fokus stehen unter anderem die technische Ausstattung der Teilnehmenden, die Herstellung einer geeigneten Lernumgebung und die Frage, wann Unterricht im Sinne der AZAV als förderfähig einzuordnen ist.

Für NICE sind diese Themen nicht neu. Sie bestätigen vielmehr einen Ansatz, den wir in unseren digitalen Maßnahmen bereits seit Beginn verfolgen: Online-Lernen funktioniert nur dann zuverlässig, wenn die technischen, organisatorischen und didaktischen Rahmenbedingungen stimmen.

Warum das gerade in der Fachsprache Pflege wichtig ist

Die Vorbereitung auf die Fachsprachenprüfung Pflege erfordert mehr als das Bearbeiten einzelner Lernmodule.

Teilnehmende müssen berufstypische Kommunikationssituationen trainieren, Fachsprache sicher anwenden und zwischen unterschiedlichen sprachlichen Anforderungen wechseln können: patientengerecht erklären, fachsprachlich berichten, strukturiert dokumentieren und professionell auf Rückfragen reagieren.

Dafür braucht es nicht nur digitale Inhalte, sondern auch Rückmeldung, Korrektur, Austausch und Begleitung.

Wenn Teilnehmende während einer Selbstlernphase direkt Rückfragen stellen können, entsteht ein Lernrahmen, der deutlich näher an den tatsächlichen Anforderungen der Prüfung und des Pflegealltags liegt.

Lernen darf nicht an der Ausstattung scheitern

Ein zentraler Punkt der neuen Empfehlungen betrifft die „Herstellung einer geeigneten Lernumgebung“, insbesondere dann, wenn Teilnehmende von zu Hause aus an einer Maßnahme teilnehmen.

Das ist für digitale Bildungsangebote entscheidend. Denn eine Maßnahme kann fachlich noch so gut aufgebaut sein: Wenn Teilnehmende keinen stabilen Zugang zur digitalen Lernumgebung haben, kein geeignetes Endgerät nutzen können oder technisch nicht zuverlässig am Unterricht teilnehmen können, entstehen unnötige Hürden.

Bei NICE stellen wir deshalb sicher, dass unsere Teilnehmenden die technische Ausstattung erhalten, die sie für eine verlässliche Teilnahme benötigen.

Dazu gehören:

  • ein Lerntablet
  • ein Headset
  • Zugang zur digitalen Lernplattform
  • technische und organisatorische Begleitung während der Maßnahme

Gerade internationale Pflegekräfte im Anerkennungsverfahren stehen bereits vor vielen Herausforderungen: Sprache, Fachsprache, Prüfungsanforderungen, Anerkennungsverfahren und berufliche Integration müssen oft parallel bewältigt werden. Mit der Bereitstellung der entsprechenden Hardware möchten wir Teilnehmende an einer ganz konkreten Stelle entlasten.

Unser Ziel ist, dass die Teilnahme an der Maßnahme nicht daran scheitert, ob zu Hause bereits die passende Ausstattung vorhanden ist.

Digitaler Unterricht braucht direkte Interaktion

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Definition von Unterricht im Sinne der AZAV.

Die Empfehlungen stellen klar, dass Unterricht durch eine direkte und unmittelbare Interaktion zwischen Lehr- bzw. Fachkräften und Teilnehmenden gekennzeichnet ist. Das gilt unabhängig davon, ob der Unterricht in Präsenz oder digital stattfindet.

Für digitale Maßnahmen bedeutet das: Es reicht nicht aus, Lerninhalte lediglich auf einer Plattform bereitzustellen. Entscheidend ist, ob die Teilnehmenden während der Maßnahme unmittelbar mit einer qualifizierten Lehrkraft in Kontakt treten können.

Auch hier entwickelt NICE seine Maßnahmen konsequent weiter.

Unsere bisherigen Maßnahmen enthielten bereits asynchrone Lernanteile auf der Lernplattform. Diese werden in den neuen Maßnahmen durch eine qualifizierte Lehrkraft begleitet. Teilnehmende und Dozierende befinden sich während der Selbstlernphasen in einem virtuellen Raum. So können Fragen, Verständnisprobleme oder technische Schwierigkeiten direkt besprochen werden.

Damit verbinden wir die Vorteile selbstgesteuerten Lernens mit der Sicherheit einer fachlichen Begleitung.

Was die neuen Empfehlungen für NICE bedeuten

Die neuen AZAV-Empfehlungen bestätigen zwei Punkte, die bei NICE bereits fest im Konzept verankert sind:

Erstens: Digitale Bildung braucht eine geeignete Lernumgebung. Deshalb stellen wir unseren Teilnehmenden die notwendige Hardware zur Verfügung.

Zweitens: Digitaler Unterricht muss interaktiv und begleitet sein. Deshalb flankieren wir das Lernen auf der Lernplattform mit qualifizierten Lehrkräften und schaffen Räume für direkte Rückfragen und unmittelbare Unterstützung.

Damit geht es nicht nur um die formale Umsetzung neuer Anforderungen. Es geht um die Qualität digitaler Bildung.

Denn gute Online-Maßnahmen entstehen nicht dadurch, dass Inhalte digital bereitgestellt werden. Sie entstehen durch verlässliche Strukturen, passende technische Voraussetzungen und eine pädagogische Begleitung, die Teilnehmende im Lernprozess tatsächlich erreicht.

Fazit

Die neuen AZAV-Empfehlungen rücken Themen in den Fokus, die für erfolgreiche digitale Maßnahmen zentral sind: technische Ausstattung, geeignete Lernumgebung und direkte Interaktion im Unterricht.

Für NICE ist das eine Bestätigung des eigenen Ansatzes.

Wir möchten internationale Pflegekräfte nicht nur fachlich und sprachlich auf die Fachsprachenprüfung Pflege vorbereiten, sondern ihnen auch die Rahmenbedingungen geben, die sie für erfolgreiches Lernen benötigen.

Denn digitale Bildung beginnt nicht erst im virtuellen Klassenraum. Sie beginnt bei den Voraussetzungen, unter denen Lernen möglich wird.


Quelle: AZAV-Beirat. Empfehlungen des Beirats nach § 182 SGB III, Stand 17.06.2026.