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Pflege in der Krise! Pflegekräfte fordern Lösungen in Aachen

28. Februar 2024  |  Autor:  |  Kategorie: Allgemein

Internationale Pflegekraft stehend im Flur einer Klinik.

Am 21.02.2024 versammelten sich vor dem Aachener Rathaus rund 300 Pflegekräfte, um auf die dringende und besorgniserregende Lage in der Pflege aufmerksam zu machen. Mit Transparenten und Plakaten richten sie den dringenden Appell an Politik und Gesellschaft, das Thema Pflegekrise endlich in den Fokus zu rücken und konkrete Lösungen in Aachen und deutschlandweit zu finden.

Kosten und Finanzierung

Die Pflegekrise spitzt sich zunehmend zu. Pflegedienste berichten von einer prekären Finanzlage, da die Kosten von den zuständigen Kassen nur schleppend refinanziert werden. Einige Anbieter sehen sich sogar gezwungen, private Gelder aufzubringen, um die Gehälter ihrer Mitarbeiter auszahlen zu können. Diese finanzielle Belastung treibt viele Pflegedienste an den Rand der Insolvenz.

Druck auf Anbieter

Der anhaltende Fachkräftemangel und die steigende Bürokratisierung setzen die Pflegeanbieter zusätzlich unter enormen Druck. Viele stehen vor existenziellen Herausforderungen, die sich direkt auf die Versorgungssituation auswirken. Die Qualität der Pflege und die Arbeitsbedingungen leiden zunehmend unter diesen Belastungen.

Mangel an Pflegeplätzen

In der Region Aachen, Düren und Heinsberg spitzt sich die Situation zu, da sowohl die ambulante als auch die stationäre Pflege von Überlastung betroffen ist. Sowohl kurzzeitige als auch langfristige Pflegeplätze sind äußerst knapp, und die Wartelisten werden kontinuierlich länger. Diese Engpässe führen dazu, dass Pflegekräfte oft monatelang, manchmal sogar jahrelang, auf einen Pflegeplatz warten müssen. Diese herausfordernde Realität verdeutlicht die Dringlichkeit, Lösungen für die Pflegekrise in der Region und darüber hinaus zu finden.

Aktionsbündnis für bessere Pflege

Um auf die drängenden Probleme aufmerksam zu machen und Veränderungen herbeizuführen, haben ambulante Anbieter ein Aktionsbündnis ins Leben gerufen. Sie streben eine verbesserte Sichtbarkeit der Defizite im Pflegesystem an und setzen sich für langfristige Lösungen ein, um eine professionelle ambulante Pflege sicherzustellen.

Dringende Forderungen für eine nachhaltige Pflegepolitik

Die Forderungen der Demonstranten an Politik und Gesellschaft sind klar und dringlich: Es bedarf sofortiger Maßnahmen, um die Qualität der Pflege zu gewährleisten, die Arbeitsbedingungen spürbar zu verbessern und die finanzielle Unterstützung der Pflegedienste sicherzustellen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen ist es unerlässlich, die Pflegekräfte nachhaltig zu unterstützen und ihre Bedeutung als Grundpfeiler des Gesundheitssystems anzuerkennen. Indem wir die Pflege als zentrales Thema der Gesundheitspolitik etablieren, können wir sicherstellen, dass die Pflegekräfte die Unterstützung und Wertschätzung erhalten, die sie verdienen, und gleichzeitig die Qualität der Pflegeleistungen für alle Bürger gewährleisten.

Quelle: WDR

Fachkräftemangel in der Pflege: Leiharbeit als letzte Rettung?

28. Februar 2024  |  Autor:  |  Kategorie: Allgemein

lächelnder Pfleger mit älterer Patientin im Rollstuhl.

Uschi Hoppe-Elsner, eine erfahrene Pflegerin mit 43 Jahren Berufserfahrung, hat einen tiefgreifenden Wandel in ihrem Arbeitsbereich miterlebt. Sie beobachtet ein System, das unter dem Druck von Einsparungen und Profitstreben an den Rand des Kollapses gedrängt wurde. Leider funktioniert dieses System oft auf Kosten der Pflegenden. Der Fachkräftemangel macht es deutlich, dass es wichtig ist, Lösungen zu finden, die die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern. Zudem müssen wir als Gesellschaft den Pflegenden den Respekt und die Unterstützung bieten, die sie verdienen.

Uschi Hoppe-Elsner: Eine Erfahrung aus erster Hand

Vor vier Jahren traf Hoppe-Elsner die schwere Entscheidung, ihre Festanstellung zu kündigen und sich der Zeitarbeit zuzuwenden. Die unerträglichen Arbeitsbedingungen in ihrer Festanstellung trieben sie an den Rand der Erschöpfung. Die ständige Unterbesetzung, der Druck und die steigende Arbeitslast wurden zu einer schweren Belastung.

Der Weg in die Zeitarbeit: Eine Entscheidung aus Notwendigkeit

In der Zeitarbeit fand sie einen Ausweg, wenn auch keinen perfekten. Trotz der oft mit Leiharbeit verbundenen Ausbeutung verdient sie nun doppelt so viel wie zuvor und hat mehr Autonomie über ihre Arbeitszeiten. Doch ihre Entscheidung ist symptomatisch für die Branche: Leiharbeit wird zunehmend zur letzten Hoffnung vieler Pflegekräfte.

Symptome eines überlasteten Systems: Der Pflegealltag im Wandel

Hoppe-Elsners Geschichte ist kein Einzelfall. Sie ist Teil eines größeren Dilemmas, das die Pflegepolitik der vergangenen Jahre geschaffen hat. Die Privatisierung und die Jagd nach Profit haben die Pflege in einen Trümmerhaufen verwandelt. Der Bedarf wächst, während immer weniger Menschen sich für die Pflegeausbildung entscheiden.

Die Rolle der Pflegepolitik: Zwischen Einsparungen und Verantwortung

Trotz der jüngsten Pflegereformen bleibt der Fachkräftemangel bestehen. Die Diskussion über die Zukunft der Pflegepolitik und die Rolle der Leiharbeit ist dringender denn je. Es ist an der Zeit, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern und den Pflegenden den Respekt und die Wertschätzung zukommen zu lassen, die sie verdienen.

Wichtiges Thema unserer Zeit

Die Demonstranten fordern von Politik und Gesellschaft dringende Maßnahmen, um die Qualität der Pflege zu gewährleisten, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Finanzierung der Pflegedienste sicherzustellen. Es ist an der Zeit, die Pflegekräfte zu unterstützen und die Pflege als zentrales Thema der Gesundheitspolitik anzuerkennen.

Quelle: taz.de